Amphibienschutz an Straßen

NABU und die Gemeinde Bosau kooperieren beim Amphibienschutz  Foto:O.Glöer NABU und die Gemeinde Bosau kooperieren beim Amphibienschutz Foto:O.Glöer

 Das Amphibienschutz-Team des NABU Eutin gründete sich im Jahr 2001 mit einer Handvoll Aktivi-sten unter der Leitung von Gudrun Griep.

Anlass war, dass hunderte von Amphibien während ihrer Laichwanderung am Braaker Moor dem Straßenverkehr zum Opfer fielen. 

Zu Beginn wurden die wandernden Amphibien im Zeitraum von Mitte Februar bis Mitte März noch ‚per Hand’ gesammelt  und an das Laichgewässer gebracht. Im Jahr 2004 wurden dann erst-malig in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Bosau und mit finanzieller Unterstützung durch das schleswig-holsteinische Umweltministerium insgesamt drei Schlagbäume errichtet. 

Das Team ist seitdem im Bereich Braak-Aukamp dafür ver-antwortlich, dass in der Zeit vom 01.03.-15.04. eines jeden Jahres abends um 20 Uhr die Schlagbäume verschlossen und morgens um 6:00 Uhr wieder geöffnet werden. Damit ist ge-währleistet, dass die Amphibien bei ihrer Wanderung zu den Laichgewässern nicht von durchfahrenden Kraftfahrzeugen getötet werden und sich die Population, vor allem von Erdkröte und Grasfrosch, aber auch Teichmolch ungestört weiter-entwickeln kann. Das Projekt wäre ohne die Unterstützung der Gemeinde Bosau, des Landes Schleswig-Holstein, das die Sperranlagen finanziert hat, und die Straßenverkehrsbehörde des Kreises Ostholstein nicht möglich gewesen. An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön dafür.

Im Jahr 2005 wurde ebenfalls mit finanzieller Unterstützung durch das Umweltministerium zusätzlich am Klenzauer See ein 300m langer Amphibienschutzzaun errichtet, der jedes Jahr wieder neu aufgebaut wird. Hier werden in ca. 30 Eimern die Amphibien bei ihre Wanderung ‚aufgefangen’ und sowohl morgens als auch abends an ihr Laichgewässer, den Klenzauer See, gebracht. Die Arten wie Erdkröte, Gras- und Moorfrosch, aber auch Teich- und Kammolch werden erfasst und dem Landesamt für Natur und Umwelt (LANU) gemeldet.

 

Vor dem Verkehrstod gerettet: Weibliche Erdkröte  Foto: O.Klose Vor dem Verkehrstod gerettet: Weibliche Erdkröte Foto: O.Klose

 All dies erfordert ein sehr hohes Maß an Eigeninitiative und Engagement aller Amphibienschutz-Teammitglieder, da sie bei Wind und Wetter, Sturm und Regen hinaus müssen, und um 6:00 Uhr morgens bereits ihren ‚Dienst antreten’. Und das auch am Wochenende. Wer das Team unterstützen möchte, ist herzlich dazu eingeladen und kann sich mit der Leiterin Gudrun Griep in Verbindung setzen. Entweder telefonisch unter der Nummer 04521/9911 oder per E-Mail unter Gudrun.Griep@nabu-eutin.de